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Dienstag, 18. März 2014

#37 #YOLOndon



Seit fast einem Monat wohne ich also in London. Bisher finde ich alles insgesamt ziemlich großartig. Die Stadt ist einfach der Wahnsinn – ihr solltet auf jeden Fall rumkommen und mich besuchen, es gibt so viel zu sehen und erleben, dat hälste im Kopp nich aus! Es ist wirklich schön, zur Abwechslung mal in eine Stadt zu ziehen, wo ich schon Freunde habe.

Wir wohnen im Süden von London. Ein Freund von uns hat praktischerweise ein Haus gekauft und da sind wir doch direkt mal mit ihm eingezogen. Wir haben sogar nen Garten J und die ortsansässige Crackhöhle liegt auch nur 1 Fußminute entfernt. Zur Arbeit brauche ich so zwischen 50 Minuten und 1 ½ Stunden, je nach Lust und Laune der öffentlichen Verkehrsmittel.

Ich fahre mit der schwarzen Northern Line in Richtung „Morden“, ja und wie soll ich sagen, man möchte auch täglich morden wenn man auf die Northern Line angewiesen ist. Die Pendelei ist wirklich bisher das einzige Manko in London. Kennt ihr die Leute, die in China Menschen in die tube drücken? Es wundert mich, dass es die hier noch nicht gibt. Fast jeden Morgen stehe ich wie ein Hering in der Bahn und atme aromatische Düfte ein, wie ungeputzte Zähne oder Achselschweiß.

Ach nee so schlimm ist es nicht, aber könnte geiler sein. Wenn ich einen Sitzplatz ergattere freu ich mich immer wie King Dingeling und denke Jackpot!!! Auf dem Nachhauseweg – je nach dem von wo aus ich fahre – kann ich manchmal erst in die dritte tube einsteigen, weil die davor alle zu voll sind. Ich arbeite in zwei verschiedenen Büros, das eine ist am Covent Garden und das andere Büro liegt  mitten im financial district, wo auch z.B. der Gerkin ist. In der Mittagspause gehe ich total gerne spazieren und alles erkunden.

Diese Woche ist meine dritte Arbeitswoche. Ja, richtig gehört, low life und hartzen ist vorbei; ich habe jetzt nen große Mädchen Job, bei dem man echtes Geld verdient. Ich hab mich auch schon ganz gut bei der Arbeit eingelebt. Mein Team finde ich total super und hilfsbereit. Das ist mir persönlich ziemlich wichtig, denn man verbringt ja mit den ganzen Menschen dort viel mehr Zeit als mit seinen Liebsten. Ja, so ist das leider.

Vor einer Woche wurde mein Kopf ganz plötzlich ziemlich schwer bei der Arbeit und ich wollte ihn nur mal ganz kurz ablegen. Als ich wieder zur Besinnung kam, lag ich auf dem Boden, umringt von meinen Kollegen. Ich war irgendwie in Ohnmacht gefallen. Da ich allerdings auf dem Stuhl saß, ist es zunächst niemanden aufgefallen. Es sah wohl so aus, als starre ich auf den Bildschirm, aber meine Kollegin hat es dann bemerkt und mir den Mund aufgerissen damit ich wieder atme und mich auf den Boden gelegt. Aus Sicherheitsgründen wurde direkt ein Krankenwagen gerufen, außerdem noch ein Notarzt. Der kam interessanterweise auf dem Fahrrad angeradelt, wie mir später erzählt wurde. Ja, der Verker ist schon crazy in London, da biste schneller aufm Velo unterwegs! Die Ärzte haben erste Checks mit mir im Büro durchgeführt und dann musste ich mit ins Krankenhaus. 

Ja was soll ich sagen, es gibt nichts Schöneres als am zweiten Arbeitstag, vor Augen aller, auf einer Krankenliege aus dem Büro getragen zu werden, um dann den restlichen Tag in der Notaufnahme zu verbringen. Ich hatte mich ja vorher nicht schlecht gefühlt, aber ein  bisschen mulmig war mir trotzdem. Es wurden ziemlich viele Tests gemacht, aber hey, alles safe und schwanger bin ich auch nicht J Ich kam mir zwischenzeitlich schon ein bisschen dumm vor, weil es ja nun wirklich auch schlimmere Sachen auf der Welt gibt, um die sich Ärzte und Krankenpfleger kümmern sollten.

Meine liebe Kollegin hat den ganzen Tag mit mir im Krankenhaus verbracht und ich bin ihr von Herzen dankbar. Hatte mir unser Kennenlernen zwar eher im Pub gewünscht, aber was solls. Also friends, macht euch keine Sorgen ich wurde von oben bis unten durchgecheckt, alles fresh, ich hab style und das Geld.

Am nächsten Tag bei der Arbeit kannten mich dann wirklich alle und haben sich nach meinem Wohlbefinden erkundigt, voll sweet. Eine Dame hat sich sogar bei mir bedankt, weil sie beim langweiligen Conference Call auflegen konnte, um mir zur Hilfe zu eilen. Mein Sitzbachbar meinte nur, jaja was tut man nicht alles um den halben Tag frei zu machen. Hihi.

So ihr Lieben, zum Abschied noch ein paar Eindrücke aus Shoreditch – Hipster Gegend Londons. Es hat zwar fast so viel Spaß gemacht die Menschen zu bestaunen wie die Street Art J

Much love,
Krissi




















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