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Mittwoch, 14. Mai 2014

#40 My First Encounter with the British Police



Letztes Wochenende waren wir bei den Rugby 7’s in London Twickenham. Das kann man sich ungefähr so wie Kölner Karneval vorstellen, nur das man zusätzlich in einem riesigen Stadium Rugby schaut. Jedes Jahr gibt es ein Motto, dementsprechend verkleiden sich alle Zuschauer. Dieses Jahr war das Motto: Monster.  Bei den 7’s spielen dann Teams wie Südafrika gegen England oder Neuseeland und Frankreich. Insgesamt  also eine völlig empfehlenswerte Wochenendbeschäftigung.

Nach Twickenham fährt man  im Zug, da es ziemlich außerhalb London’s liegt. Der Weg vom Bahnhof in Twickenham zum Stadium ist eigentlich eine einzige Party. Manch einer trinkt dann 1 bis 37 Bier und so kommt es, dass man das ein oder andere Mal auf die Toilette muss. Ich eilte am Bahnhof angekommen natürlich gleich zu den Dixi Klos. Vor dem Dixi Klo stand ein trauriger Mann, dessen aufblasbares Peniskostüm zu groß war und er deshalb nicht ins Dixi Klo passte.

Am Stadium angekommen musste ich schon wieder so dringend, dass ich mir fast in die Hose gemacht hätte. Ich irrte herum um eine Toilette zu finden, diesmal leider erfolglos. Auf Nachfrage wurde mir mitgeteilt, dass ich entweder ins Stadium rein muss oder einmal komplett ums Stadium rum laufen müsse um öffentliche Toiletten zu finden.  Mein Ticket hatte leider noch ein Freund von mir und einmal um das Stadium rumlaufen, das ungefähr so groß wie Bottop Kirchellen ist, passen ja nur 82.000 Leute rein???? „Vor allem!“ dachte ich mir, Freundin geschnappt und ab in den Busch meines Vertrauens. Wirklich kein Garten von irgendjemand, mehr so ein Parkbusch/Hundetoilette.

Leider übersah ich in der Eile die in NEONGELBEN Warnwesten gekleideten Polizisten. So dauerte es auch keine  37 Sekunden (ich immer noch am Urinieren (in starkem Strahl), super versteckt natürlich hinterm Baum) als ich eine tiefe Stimme vernahm: “Are you guys being serious?“  und schon stand der Polizist parat der mich des ‚public urinating‘ beschuldigte. Zunächst unterhielt er sich mit meiner Freundin Lou, die ‚Wache stand‘. Schuldvoll kam ich aus dem Busch hervor geklettert und stellte mich dem Verhör. Was mir einfallen würde blablabla. Ich erklärte dem Polizist daraufhin meine Geschichte, schilderte mein Vorgehen als pure Verzweiflungstat und plädierte für mehr DIXI Klos am Stadium und so weiter und so fort.

Ich musste mich ausweisen und der Polizist begutachtete den komischen deutschen Personalausweis und fragte, ob ich in England wohne und ein paar weitere Daten. Dann fragte er mich ob ich irgendetwas bei mir trage wo meine englische Adresse drauf steht. Hatte ich natürlich nicht.

Dann fragte er mich: Bist du das erste Mal bei den Rugby Sevens? Ich bejahte. Der Polizist schaute mich mitleidig an und sagte: „Your first time will be a very expenisive time! The fine for public urinating is £90“. Mir stockte der Atem. 90 Pfund, na danke, das sind 110€!! Mach’s gut Geld! Da waren ja meine drei Punkte in Flensburg billiger!!

Danach wurde ich vom Polizisten gefragt, ob ich schon polizeibekannt bin.  Wieder verneinte ich. Aus dem Augenwinkel sah ich, wie ein Freund von mir, der schräg gegenüber im Busch auf Klo gegangen war, schön sein Ticket bekam und mitleidig zu mir rüber blickte. Der Polizei checkte meine Daten bei der Zentrale. 

B for Bravo, I for India, E for Echo and R for Romeo.

Die bei der Zentrale hatten noch nichts davon gehört, dass ich meine street credibilty mit petty crimes aufrechterhalte und bestätigten, dass ich noch nie mit der Polizei in Großbritannien zu tun hatte. Der Polizist überreichte mir meinen Ausweis und sagte: Today is your lucky day – off you go!!! Ich hätte ihm am liebsten nen high five gegeben, bedankte mich aber schnell und höflich bevor er seine Meinung ändern konnte und eilte davon.

Meine Freundin Lou sagt, er hatte Gnade mit mir, weil ich keine Dokumente hatte, die meine Adresse bestätigen und mir somit keinen Strafzettel hätte schicken können, ich sage es lag an meinem Zombie Charme.






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