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Mittwoch, 4. November 2015

Hashtag sorynotsorry

Lang lang ist’s her dass ich das letzte Mal gebloggt habe. Verzeiht mir! Heute allerdings habe ich Zeit, viel Zeit, denn ich armes Wiesel liege krank im Bett. Wie geil ist das eigentlich wenn man die Schlafibuxe nicht ma ausziehen muss und den ganzen Tag abgammeln kann?! Okay …..gepaart mit Kranksein eher nur so mittelgeil. Anyway...

Seit einem Jahr habe ich also nicht gebloggt #sorrynotsorry, was daran liegt, dass ich mein Herz verloren habe und zwar an Jiu-Jitsu – genauer gesagt Brazilian Jiu Jitsu.

Jetzt fragt ihr Euch bestimmt was ist Brazilian Jiu Jitsu, kurz BJJ ?? Ganz wichtig ist es, bei dieser Abkürzung nicht das zweite J zu vergessen). I love BJ – I love BJJ – großer Unterschied gä.

Brazilian Jiu Jitsu ist ein Kampfsport bei der Bodenkampf perfektioniert wird. BJJ macht Gebrauch von Hebelwirkung und Würgetechniken, um den Gegner zum Aufgeben zu zwingen (gibt man nicht auf drohen  Bewusstlosigkeit oder andere Verletzungen). Dabei wird nicht geschlagen und nicht getreten. 



 Kampfsport ist für mich Neuland, (wie die meisten wissen habe ich nur einen schwarzen Gürtel im Turnen) und von BJJ hatte ich bis 2013 noch nie gehört, aber ich sehnte mich wirklich nach einem neuen Hobby, insbesondere einem neuen Sport. Irgendwo muss man ja seinen Ausgleich finden wenn man den ganzen Tag im Büro sitzt.

Vor meiner ersten Jiu Jitsu Probestunde war ich dermaßen nervös, ich wäre am liebsten gar nicht hingegangen. Als ich meine Sportsachen in der Umkleidekabine auspackte, bemerkte ich, dass meine Wasserflasche im Rucksack ausgelaufen war. Natürlich nicht einfach so, nein, es hatte sich ein Fleck im Schritt meiner Hose gebildet. Der Fleck sah original so aus, als hätte ich mir in die Hose gemacht. Jau, was soll ich sagen, es hat meine Gefühle einfach perfekt widergespiegelt…. vor Angst in die Hose gemacht.

Glücklicherweise trägt man beim BJJ, aber meistens einen Gi (Kimono) und das kleine Malheur wurde verdeckt. Der Gi wurde mir vom Club geliehen und als ich ihn trug, natürlich mit einem weißen Gürtel, fühlte ich mich direkt wie Son Goku von Dragon Ball Z.



Im Training wurde ich sehr nett empfangen, der Sport ist sehr respektvoll und generell sind da einfach ziemlich coole Goys und Birls bei uns im Team. Es gibt nicht viele Mädchen im Club (oder generell im ganzen Sport), aber die Tochter unseres Professors ist ebenfalls Trainerin und es ist inspirierend zu sehen, was eine scheinbar körperlich unterlegene Person mit der richtigen Technik alles ausrichten kann. Girl Power Leute!

Das erste Training bestand nur daraus, dass mir Basics gezeigt wurden  z.B.  richtiges fallen und rollen. Die Prophezeiung, dass ich nach dem ersten Training Muskeln spüren würde, von denen ich nicht mal wusste, dass ich sie habe, wurde wahr. Der erste Tag nach dem Training war der Horror, ich fühlte mich, als wäre ich eine Treppe runter gestürzt. Ich konnte kaum laufen und dank blauer Flecken vorwiegend an Armen und Schultern, sah ich aus wie ein Opfer von häuslicher Gewalt. Ich humpelte durchs Büro und fühlte mich, als wäre ich massiv gealtert. Ich dachte nicht, dass man noch mehr Schmerzen haben kann, doch dann kam Tag 2 mit dem der schlimmsten Muskelkater meines Lebens, so muss es also  sein wenn man einen Unfall hatte. 



Aber ich wollte nicht aufgeben, also meldete ich mich zunächst für einen Monat im Club an. Vor der zweiten Trainingsstunde hatte ich mehr Angst, als vor der ersten. Ich muss hinzufügen, dass meine Angst völlig unbegründet war. Es ist nun eben nicht leicht Neues zu probieren, gerade wenn man massiv aus seiner Komfortzone heraus kommen muss. Das ist bei BJJ der Fall, weil es mit engem Körperkontakt verbunden ist. Meine Freundin warnte mich mit den Worten: ‚You‘ll have their crotch in your face before you even know their first name.‘ (Du wirst deren Schritt im Gesicht haben, bevor du den Vornamen kennst.) Genauso ungeil ist es, wenn dir der Schweiß deines Gegners in den Mund tropft – beides keine Seltenheit.

Vor der zweiten Trainingsstunde überreichte mir mein Trainer einen pinken Gi, einfach Barbie pink von oben bis unten. Do you like pink Krissi? Ähm, nee nicht direkt. Ich konnte mir in diesem Moment nichts Schlimmeres vorstellen, als in diesem pinken Gi als blutiger Anfänger und einziges Mädchen zu trainieren. Schockiert zog ich den Gi an, er passte nicht, drohende Krise verhindert puuuuh! Beweisfoto kann ich Euch lieber ersparen.

So fing die große Liebe also an und mittlerweile gehe ich mindestens 3 Mal die Woche trainieren und habe sogar schon an Wettkämpfen teilgenommen. Dort muss man dann zum Beispiel folgendes unterzeichnen:



Aber alles halb so will Freunde – krizzl got everything under control – so hart ist das alles gar nicht! Und ich sach’s Euch BJJ ist besser als jegliche Therapie! Wenn gerade einer versucht dich bewusstlos zu würgen vergisst du alle Sorgen um dich herum direkt, man bekommt wirklich den Kopf frei.

 
Falls es unter Euch UFC Fans gibt, dann habt ihr sicher von BJJ gehoert. Anfang der 90er traten dort Vertreter unterschiedlicher Kampfstile in "alles ist erlaubt" Kämpfen gegeneinander an um den Ultimate Fighting Champion zu ermitteln und die beste aller Kampfsportarten zu küren. Ueberzeugt Euch bei Youtube, die Kämpfe sind echt nicht ohne es gab genau eine Regel: There are no rules!!

Ausserdem gab es keine Gewichtsklassen, es trat also z.B. ein Sumo Ringer gegen einen Boxer an usw. Aber warum erzehle ich Euch das? Jiu-Jitsu Schwarzgurt Royce Gracie dominierte alle Kämpfe und konnte somit das Turnier für sich entscheiden. Er wurde erster UFC-Champion woraus folgt – dass BJJ der geilste Kampfsport ist :D


OSSS!








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